Mit WordPress 6.9 „Gene“ erschien am 2. Dezember 2025 das letzte große WordPress-Update des Jahres 2025. Die nach dem US-amerikanischen Jazz-Pianisten Gene Harris benannte Version konzentriert sich insbesondere auf die Zusammenarbeit im Editor, neue Gestaltungsmöglichkeiten, Performance und technische Grundlagen für zukünftige Automatisierungs- und KI-Funktionen.
Mehr als 900 Mitwirkende waren an der Version beteiligt, insgesamt enthält WordPress 6.9 mehr als 340 Verbesserungen und Fehlerbehebungen.
Zu den auffälligsten Neuerungen gehören die neuen Notes direkt an Blöcken, eine im gesamten Backend verfügbare Befehlspalette, das Ausblenden einzelner Blöcke sowie neue Gestaltungsmöglichkeiten für Texte und Layouts.
Notes: Kommentare direkt im WordPress-Editor
Eine der wichtigsten Neuerungen von WordPress 6.9 ist die neue Funktion Notes. Damit können Redakteure und Autoren Kommentare direkt an einzelnen Blöcken eines Beitrags oder einer Seite hinterlassen.
Anstatt Änderungswünsche beispielsweise per E-Mail, Messenger oder in einem zusätzlichen Dokument auszutauschen, findet die Abstimmung damit direkt innerhalb von WordPress statt. Die Hinweise erscheinen nur im Editor und werden nicht auf der veröffentlichten Webseite angezeigt.
Das ist vor allem für Webseiten interessant, an denen mehrere Personen arbeiten. Redaktion, Autoren und Korrekturleser können beispielsweise Anmerkungen zu einem Absatz, Bild oder anderen Block hinterlassen und diese nach der Bearbeitung als erledigt markieren.
WordPress 6.9 legte damit den Grundstein für eine wesentlich stärkere Zusammenarbeit innerhalb des Editors. Spätere WordPress-Versionen haben die Notes-Funktion noch weiter ausgebaut.
Blöcke ausblenden, ohne sie zu löschen
Mit WordPress 6.9 können einzelne Blöcke erstmals direkt ausgeblendet werden. Die Inhalte müssen dadurch nicht gelöscht werden, wenn sie vorübergehend nicht auf einer Webseite erscheinen sollen.
Dazu wird ein Block ausgewählt und über das Drei-Punkte-Menü die Option zum Ausblenden aktiviert. Der ausgeblendete Block kann anschließend über die Listenansicht wieder eingeblendet werden.
Praktisch ist das beispielsweise für:
- zeitlich begrenzte Hinweise,
- vorbereitete Aktionen,
- saisonale Inhalte,
- alternative Layouts,
- vorübergehend nicht benötigte Textbereiche.
Wichtig für SEO: Ein vollständig ausgeblendeter Block wird in WordPress 6.9 nicht lediglich per CSS unsichtbar gemacht. Er wird auch aus dem veröffentlichten HTML entfernt. Suchmaschinen und Screenreader erhalten den ausgeblendeten Inhalt deshalb ebenfalls nicht.
Die Funktion eignet sich somit nicht dazu, versteckte SEO-Texte auf einer Seite unterzubringen.
Befehlspalette im gesamten WordPress-Backend
Die bereits aus verschiedenen Editorbereichen bekannte Command Palette beziehungsweise Befehlspalette wird mit WordPress 6.9 erheblich erweitert.
Sie steht nun über weite Teile des WordPress-Dashboards hinweg zur Verfügung. Nutzer können damit schneller zu bestimmten Bereichen navigieren oder Funktionen aufrufen, ohne zunächst durch mehrere Menüebenen wechseln zu müssen.
Für erfahrene WordPress-Nutzer kann die Befehlspalette damit zu einer Alternative zur klassischen Navigation über das linke Administrationsmenü werden.
Besonders bei umfangreichen Installationen mit zahlreichen Beiträgen, Plugins und Einstellungen kann das den täglichen Workflow beschleunigen.
Text automatisch an den verfügbaren Platz anpassen
WordPress 6.9 führt zudem eine neue Typografie-Funktion ein: Fit text to container.
Bei Absatz- und Überschriften-Blöcken kann die Schriftgröße automatisch an die verfügbare Breite des jeweiligen Containers angepasst werden. Der Text vergrößert oder verkleinert sich dadurch so, dass er den vorgesehenen Bereich möglichst passend ausfüllt.
Interessant ist die Funktion beispielsweise für:
- große Überschriften,
- Hero-Bereiche,
- Banner,
- Teaser,
- Callouts oder
- besondere Gestaltungselemente.
Damit lassen sich bestimmte typografische Layouts direkt im Block-Editor umsetzen, ohne dafür individuelle CSS-Regeln erstellen zu müssen.
Drag-and-Drop im Editor verbessert
Auch das Verschieben von Blöcken wurde mit WordPress 6.9 überarbeitet. Beim Drag-and-Drop zeigt WordPress deutlicher an, an welcher Position ein Element abgelegt wird.
Klare Ziehpunkte und visuelle Vorschauen sollen insbesondere bei komplexeren Layouts dafür sorgen, dass sich Blöcke intuitiver verschieben lassen. Die Änderungen betreffen damit weniger eine völlig neue Funktion als vielmehr die tägliche Bedienung des Block-Editors.
Wer umfangreiche Seiten direkt im Gutenberg-Editor aufbaut, dürfte von den verbesserten visuellen Rückmeldungen besonders profitieren.
Neuer Accordion-Block für aufklappbare Inhalte
WordPress 6.9 erweitert außerdem die verfügbaren Core-Blöcke. Dazu gehört ein neuer Accordion-Block für auf- und zuklappbare Inhaltsbereiche. Die entsprechende Funktion wird direkt von WordPress bereitgestellt und muss dadurch nicht mehr zwingend über ein zusätzliches Block-Plugin umgesetzt werden.
Accordions eignen sich beispielsweise für:
- häufig gestellte Fragen,
- zusätzliche Produktinformationen,
- technische Details,
- längere Erklärungen oder
- kompakt dargestellte Informationsbereiche.
Gerade bei umfangreichen Informationsseiten können Inhalte dadurch übersichtlicher strukturiert werden.
Beispiel für Text im Akkordion.
Neuer Math-Block für mathematische Formeln
Auch mathematische Inhalte werden besser unterstützt. WordPress 6.9 erweitert die Möglichkeiten für mathematische Darstellungen und Berechnungen. Der Math-Block kann unter anderem mit der mathematischen Konstante π arbeiten.
Für die meisten klassischen Blogs und Unternehmensseiten dürfte diese Neuerung zwar eine untergeordnete Rolle spielen. Für wissenschaftliche, technische oder schulische Webseiten kann die native Unterstützung mathematischer Inhalte jedoch interessant sein.
Deutlich mehr Performance unter der Haube
Ein großer Teil der Verbesserungen von WordPress 6.9 findet für Nutzer unsichtbar im Hintergrund statt. Die Entwickler haben zahlreiche Bereiche optimiert, um das Laden von Webseiten effizienter zu gestalten.
Besonderes Augenmerk liegt auf dem Largest Contentful Paint (LCP), einer wichtigen Kennzahl der Core Web Vitals. WordPress 6.9 optimiert unter anderem die Behandlung von Block-Styles, reduziert beziehungsweise minifiziert Styles von Block-Themes und verbessert die Priorisierung von JavaScript.
Weitere Änderungen betreffen:
- optimierte Datenbankabfragen,
- verbessertes Caching,
- effizientere Ausführung von WP-Cron,
- optimierte Styles und Scripts,
- Verbesserungen der UTF-8-Verarbeitung.
Auch versteckte Blöcke können zur Performance beitragen: Da deren Markup standardmäßig nicht ausgegeben wird, werden zugehörige Scripts und Styles ebenfalls nicht unnötig geladen.
Wie stark sich die Verbesserungen auf eine konkrete Webseite auswirken, hängt allerdings weiterhin vom Theme, den installierten Plugins, dem Hosting, den Bildern und weiteren Faktoren ab.
WordPress 6.9 verbessert die Barrierefreiheit
Das Update enthält außerdem mehr als 30 Verbesserungen im Bereich Accessibility.
Dazu gehören beispielsweise bessere Meldungen für Screenreader, Korrekturen beim Tastatur- beziehungsweise Cursorverhalten und Änderungen daran, welche Inhalte für assistive Technologien ausgegeben werden. Auch Probleme mit dem Fokus innerhalb bestimmter Bedienelemente wurden behoben.
Die Änderungen sind Teil der kontinuierlichen Bemühungen, sowohl das WordPress-Backend als auch die mit WordPress erstellten Webseiten besser zugänglich zu machen.
Abilities API schafft Grundlage für Automatisierung und KI
Für Entwickler gehört die neue Abilities API zu den bedeutendsten Änderungen von WordPress 6.9.
Die Schnittstelle ermöglicht es Plugins und anderen Komponenten, bestimmte Fähigkeiten beziehungsweise Aktionen einer WordPress-Installation auf standardisierte Weise zu registrieren, zu beschreiben und auszuführen.
WordPress nennt dabei ausdrücklich auch automatisierte Workflows und KI-Agenten als mögliche zukünftige Anwendungsbereiche.
Ein Beispiel könnte eine Erweiterung sein, die definiert, dass sie Beiträge erstellen, Bilder bearbeiten oder bestimmte Informationen abrufen kann. Andere Anwendungen können diese registrierten Fähigkeiten anschließend auf standardisierte Weise erkennen und nutzen.
Die Abilities API ist deshalb vor allem als technische Grundlage für zukünftige WordPress-Funktionen zu verstehen.
Ist künstliche Intelligenz bereits Bestandteil von WordPress 6.9?
WordPress 6.9 brachte wichtige Grundlagen für zukünftige KI-Integrationen, eine generative KI selbst wurde jedoch nicht direkt in den WordPress Core integriert.
Parallel zur Entwicklung von WordPress 6.9 wurden unter anderem ein PHP AI Client und ein MCP Adapter entwickelt. Diese erschienen als separate Pakete beziehungsweise Plugins und waren ausdrücklich nicht Bestandteil des WordPress-6.9-Core.
Diese Unterscheidung ist wichtig: WordPress 6.9 schafft mit der Abilities API eine Infrastruktur für Automatisierung und KI-Anwendungen, verbindet eine normale WordPress-Installation aber nicht automatisch mit ChatGPT oder anderen KI-Modellen.
Verbesserungen für Entwickler
Neben der Abilities API enthält WordPress 6.9 zahlreiche weitere Änderungen an den internen Schnittstellen.
Verbessert wurden unter anderem:
- Interactivity API,
- Block Bindings API,
- HTML API,
- DataViews,
- DataForms,
- Query-Caching und
- UTF-8-Verarbeitung.
Auch der Block Parser wurde weiterentwickelt. Der neue Streaming Block Parser soll eine effizientere Verarbeitung von WordPress-Inhalten ermöglichen.
Für Plugin- und Theme-Entwickler ist außerdem relevant, dass WordPress 6.9 die Unterstützung für PHP 8.5 berücksichtigt. Gleichzeitig wurden weitere Überreste der früheren Unterstützung für den Internet Explorer aus dem Core entfernt.
Kein neues Standard-Theme mit WordPress 6.9
Anders als bei manchen früheren Jahresend-Releases wurde mit WordPress 6.9 kein neues Standard-Theme veröffentlicht.
Statt eines Twenty Twenty-Six konzentrierte sich die Entwicklung auf Verbesserungen des Editors, Performance, APIs und die Zusammenarbeit innerhalb von WordPress. Bereits vorhandene Standard-Themes bleiben weiterhin verfügbar.
WordPress 6.9.1 behebt zahlreiche Fehler
Nach der Veröffentlichung von WordPress 6.9 erschien am 3. Februar 2026 die Wartungsversion WordPress 6.9.1. Sie korrigierte insgesamt 49 Fehler im WordPress Core und Block-Editor. Betroffen waren unter anderem der Editor, E-Mails und klassische Themes.
Wer aus technischen Gründen noch einen WordPress-6.9-Zweig betreibt, sollte deshalb nicht bei der ursprünglichen Version 6.9 bleiben.
Inzwischen wurde die 6.9-Reihe allerdings durch WordPress 7.0 und später WordPress 7.1 abgelöst.
Fazit: WordPress 6.9 verbessert vor allem den redaktionellen Workflow
WordPress 6.9 brachte keine komplette Neugestaltung des CMS, dafür aber zahlreiche Funktionen, die sich im Arbeitsalltag bemerkbar machen. Besonders interessant sind die Notes für redaktionelle Zusammenarbeit, das Ausblenden von Blöcken, die globale Befehlspalette und die verbesserten Drag-and-Drop-Funktionen.
Mit dem Accordion-Block und neuen Typografie-Funktionen baut WordPress gleichzeitig die Möglichkeiten des Core-Editors weiter aus. Viele Layouts lassen sich dadurch ohne zusätzliche Block-Plugins oder eigenes CSS realisieren.
Technisch war WordPress 6.9 ebenfalls ein wichtiger Zwischenschritt. Performance-Verbesserungen und neue APIs schaffen die Grundlage für die nachfolgenden WordPress-Versionen. Besonders die Abilities API bildet eine wichtige Basis für Automatisierung und spätere KI-Funktionen innerhalb des WordPress-Ökosystems.

