WordPress 7.1: Das müssen Nutzer nach dem Update wissen

Mit WordPress 7.1 „Mary Lou“ ist am 19. August 2026 das zweite große WordPress-Update des Jahres erschienen. Die neue Version konzentriert sich vor allem auf den Block- und Website-Editor, responsive Designs, die Medienverwaltung und eine bessere Zusammenarbeit innerhalb der Redaktion.

Hinzu kommen zahlreiche Änderungen für Entwickler sowie Verbesserungen bei Performance und Barrierefreiheit. Insgesamt flossen mehr als 1.500 Verbesserungen und Fehlerbehebungen in WordPress 7.1 ein.

Wer WordPress 7.1 inzwischen installiert hat, sollte allerdings nicht bei dieser Version bleiben: Am 17. September 2026 wurde bereits WordPress 7.1.1 veröffentlicht. Das Wartungs- und Sicherheitsupdate behebt 17 Fehler im WordPress Core, 19 Probleme im Block Editor sowie elf Sicherheitslücken. WordPress empfiehlt deshalb ausdrücklich ein zeitnahes Update auf Version 7.1.1.

WordPress 7.1.1 statt WordPress 7.1 installieren

Für Webseitenbetreiber ist derzeit WordPress 7.1.1 die relevante Version. Wer noch WordPress 7.1 nutzt, sollte das verfügbare Update unter Dashboard → Aktualisierungen einspielen. Auf vielen Installationen werden kleinere Sicherheits- und Wartungsupdates automatisch im Hintergrund installiert.

Vor größeren WordPress-Updates empfiehlt sich weiterhin ein vollständiges Backup der Datenbank und der WordPress-Dateien. Vor allem bei Webseiten mit zahlreichen Plugins, individuellen Themes, eigenen Code-Snippets oder umfangreichen Anpassungen sollte außerdem geprüft werden, ob alle wichtigen Erweiterungen für die neue WordPress-Version aktualisiert wurden. WordPress selbst empfiehlt vor Aktualisierungen eine aktuelle Sicherung, damit sich eine Webseite bei Problemen wiederherstellen lässt.

Responsive Designs werden mit WordPress 7.1 einfacher

Eine der sichtbarsten Neuerungen betrifft das responsive Webdesign. WordPress 7.1 erweitert die Möglichkeiten, das Aussehen von Blöcken abhängig von der Bildschirmgröße zu steuern. Nutzer können Einstellungen für unterschiedliche Viewports direkt über die Design-Werkzeuge beziehungsweise die globalen Styles vornehmen.

Damit lassen sich beispielsweise Abstände, Größen oder andere Darstellungsoptionen für Desktop, Tablet und Smartphone differenzierter festlegen, ohne dafür zwingend eigenes CSS schreiben zu müssen. Während der Bearbeitung kann die Darstellung für verschiedene Bildschirmgrößen direkt kontrolliert werden.

Für Block-Themes können Entwickler zudem eigene Breakpoints über die theme.json definieren. Das ist insbesondere für individuell entwickelte Themes interessant, deren responsive Gestaltung nicht mit den WordPress-Standardwerten arbeiten soll. Zusätzlich unterstützt WordPress 7.1 unter anderem responsive Style-Varianten, Textschatten sowie weitere Zustände wie Hover, Focus und Active.

Neuer Medieneditor für Bilder

Auch die Bearbeitung von Bildern wurde überarbeitet. WordPress 7.1 bündelt verschiedene Funktionen nun in einem eigenen Medieneditor. Bilder können dort frei oder anhand eines festen Seitenverhältnisses zugeschnitten werden. Zusätzlich stehen horizontales und vertikales Spiegeln sowie eine feinere Steuerung der Bildrotation zur Verfügung.

Auch Metadaten lassen sich innerhalb dieses Workflows bearbeiten. Für Nutzer ändert sich der Einstieg zunächst kaum: Der bekannte Button zum Zuschneiden eines Bildes bleibt erhalten und führt anschließend in den neuen Editor.

Die Neuerung ist insbesondere für Redaktionen interessant, die Bilder häufig direkt in WordPress für Artikel oder Beitragsbilder vorbereiten und dafür bislang externe Programme nutzen mussten.

Bilder werden teilweise direkt im Browser verarbeitet

Technisch besonders interessant ist die neue clientseitige Bildverarbeitung. WordPress kann Komprimierung, Größenänderungen und die Erstellung von Vorschaubildern nun direkt im Browser des Nutzers durchführen. Dafür kommt eine WebAssembly-Version von libvips zum Einsatz.

Bislang wurden viele dieser Arbeiten auf dem Webserver durchgeführt. Gerade bei großen Fotos konnten dabei PHP-Speicherlimits oder Timeouts eine Rolle spielen. Durch die Verlagerung eines Teils der Verarbeitung in den Browser wird der Server entlastet.

WordPress 7.1 verbessert außerdem die Unterstützung moderner Bildformate. Dazu gehören unter anderem AVIF, HEIC und HDR Gain Maps. Das ist besonders interessant, weil aktuelle Smartphones und Kameras zunehmend mit neueren Bildformaten arbeiten.

Mediathek lädt Bilder jetzt automatisch nach

Eine weitere Änderung wird Nutzern mit größeren Mediatheken schnell auffallen. In der Rasteransicht der WordPress-Mediathek ist das sogenannte Infinite Scrolling jetzt standardmäßig aktiviert. Weitere Bilder und Dateien werden automatisch geladen, wenn Nutzer innerhalb der Mediathek nach unten scrollen.

Wer lieber mit der bisherigen Seitennavigation arbeitet, kann das Verhalten individuell deaktivieren. Die entsprechende Einstellung befindet sich im Benutzerprofil. WordPress stellt damit jedem Nutzer selbst frei, welche Variante der Mediathek er verwenden möchte.

Neue Tabs- und Playlist-Blöcke

WordPress 7.1 erweitert außerdem die Auswahl der Core-Blöcke. Neu hinzugekommen ist unter anderem ein Tabs-Block. Damit lassen sich mehrere Inhalte innerhalb eines Bereichs auf unterschiedliche Registerkarten verteilen. Gerade bei längeren Informationsseiten können Inhalte dadurch kompakter dargestellt werden.

Ebenfalls neu ist der Playlist-Block. Mehrere Audiodateien können damit als zusammenhängende Wiedergabeliste angeboten werden. Optional kann eine Wellenform zur visuellen Darstellung der Audiospur eingeblendet werden.

Für bestimmte Funktionen, für die bislang zusätzliche Block-Plugins benötigt wurden, steht damit künftig eine WordPress-eigene Lösung zur Verfügung.

Anmerkungen und Zusammenarbeit im Editor verbessert

Die mit früheren WordPress-Versionen eingeführten Notes beziehungsweise Anmerkungen wurden deutlich erweitert. Kommentare können nun nicht mehr nur einem kompletten Block, sondern auch einzelnen Textstellen zugeordnet werden.

Innerhalb der Anmerkungen sind außerdem formatierte Texte, Links und @-Erwähnungen möglich. Dadurch können andere Nutzer gezielt in eine Diskussion eingebunden und benachrichtigt werden. Mehrere Unterhaltungen innerhalb eines Blocks sind ebenfalls möglich.

Für Webseiten mit mehreren Autoren, Redakteuren oder Korrekturschleifen entwickelt sich WordPress damit zunehmend zu einer Plattform, auf der Inhalte nicht nur veröffentlicht, sondern auch gemeinsam redaktionell bearbeitet werden können.

Die WordPress-Adminleiste bleibt im Editor sichtbar

Eine kleinere, im täglichen Arbeiten aber durchaus nützliche Änderung betrifft die obere WordPress-Werkzeugleiste. Sie bleibt mit WordPress 7.1 auch beim Wechsel zwischen unterstützten Editor-Ansichten erhalten.

Damit soll sich die Navigation zwischen Frontend, Administrationsbereich, Website-Editor und Beitragseditor einheitlicher anfühlen. Besonders Nutzer, die häufig zwischen Beiträgen, Design und anderen Bereichen wechseln, müssen sich dadurch weniger stark zwischen unterschiedlichen Oberflächen umorientieren.

Beitragseditor arbeitet jetzt immer in einem iframe

Unter der Oberfläche gibt es eine Änderung, die für normale Autoren kaum sichtbar ist, für Plugin- und Theme-Entwickler jedoch relevant sein kann. Der WordPress-Beitragseditor wird ab Version 7.1 grundsätzlich innerhalb eines iframe ausgeführt.

Der Inhalt des Editors ist damit stärker von der eigentlichen WordPress-Administrationsoberfläche getrennt. Das verhindert unter anderem, dass CSS-Regeln des Adminbereichs unbeabsichtigt auf den Beitragsinhalt wirken. Auch responsive Einheiten und Media Queries lassen sich dadurch innerhalb des Editors zuverlässiger darstellen.

Probleme können insbesondere bei älteren oder individuell entwickelten Plugins auftreten, die per JavaScript oder CSS direkt auf Elemente innerhalb des Editors zugreifen. Entwickler solcher Erweiterungen sollten ihre Anpassungen deshalb mit WordPress 7.1 beziehungsweise 7.1.1 testen.

Änderungen können auch ältere Plugins betreffen

Neben dem iframe-basierten Editor enthält WordPress 7.1 weitere technische Änderungen, die für individuell entwickelte Webseiten relevant sein können. Unter anderem wurde die mit WordPress ausgelieferte Version von jQuery UI auf 1.14.2 aktualisiert. Plugins oder eigene Erweiterungen, die stark von bestimmten jQuery-UI-Funktionen oder dessen Styling abhängig sind, sollten daher auf Kompatibilität überprüft werden.

Hinzu kommen Erweiterungen der DataViews- und DataForm-APIs, neue Funktionen innerhalb der Abilities API sowie eine standardisierte SVG Icon API. Mit ihr können Entwickler eigene Icon-Sammlungen registrieren und innerhalb von WordPress verwenden.

Für normale Webseitenbetreiber sind diese Änderungen zunächst kaum sichtbar. Langfristig bilden sie jedoch die technische Grundlage für neue Funktionen in Themes und Plugins.

WordPress 7.1 verbessert die Barrierefreiheit

Auch das Thema Accessibility wurde weiter ausgebaut. WordPress 7.1 verbessert unter anderem die Bedienung verschiedener Administrationsbereiche mit Tastatur und Screenreader, die Beschriftung von Elementen sowie Kontrast und Fokus-Verhalten.

Neue Funktionen für barriereärmere Tooltips stehen ebenfalls zur Verfügung. Verbesserungen betreffen unter anderem Tabellen im Administrationsbereich, Installationsoberflächen, Navigationselemente und verschiedene Bereiche des Editors.

Damit setzt WordPress die schrittweise Überarbeitung seiner Administrations- und Editoroberflächen fort.

Was sollte nach dem WordPress-7.1-Update geprüft werden?

Nach dem Update sollte nicht nur kontrolliert werden, ob die Startseite noch erreichbar ist. Empfehlenswert ist ein kurzer Funktionstest der wichtigsten Bereiche der eigenen Webseite: Beiträge und Seiten sollten im Editor geöffnet werden, Formulare und Suchfunktionen sollten getestet werden und auch individuell programmierte Blöcke, Meta-Boxen oder Editor-Erweiterungen verdienen besondere Aufmerksamkeit.

Bei Block-Themes lohnt sich zudem ein Blick auf globale Styles und responsive Ansichten. Webseiten mit umfangreicher Bildverwaltung sollten den neuen Medieneditor sowie die Mediathek testen. Bei individuell entwickelten Themes oder Plugins sind vor allem der nun durchgehend iframe-basierte Beitragseditor und die aktualisierten JavaScript-Bibliotheken mögliche Bereiche für Kompatibilitätsprobleme.

Wer mehrere WordPress-Seiten betreibt, sollte ein größeres Versionsupdate möglichst zunächst auf einer Staging- oder Testinstallation prüfen und erst anschließend auf produktiven Webseiten ausrollen.

WordPress 7.1.1 ist derzeit die richtige Version

WordPress 7.1 ist mehr als ein reines Wartungsupdate. Besonders die responsiven Design-Werkzeuge, die modernisierte Bildverarbeitung, der neue Medieneditor und die verbesserten Möglichkeiten zur Zusammenarbeit verändern den Arbeitsalltag direkt. Gleichzeitig schafft WordPress mit neuen APIs und dem vollständig iframe-basierten Editor weitere technische Grundlagen für die kommenden Versionen.

Wer seine Webseite bereits auf WordPress 7.1 aktualisiert hat, sollte allerdings überprüfen, ob inzwischen WordPress 7.1.1 installiert ist. Die am 17. September veröffentlichte Version schließt elf Sicherheitslücken und wird von WordPress ausdrücklich als zeitnah einzuspielendes Sicherheitsupdate empfohlen.

Die nächste große WordPress-Version 7.2 ist nach aktuellem Stand für Dezember 2026 vorgesehen.

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